Mittwoch, 9. April 2014

Hilfe, mein Porsche ruckelt

Was ich heute lesen musste, lässt mich heftig mit dem Kopf schütteln. Da wollte doch tatsächlich der Käufer eines Porsche Boxster S der dritten Generation seinen nagelneuen Wagen zurückgeben und sein Geld zurückerhalten, weil er beim Schalten und beim Bremsen ein Rucken verspürte! Das Doppelkupplungsgetriebe habe das Fahrzeug nur ruckhaft beschleunigen und stotternd abbremsen lassen... Der Kläger hat damit also beanstandet, dass das Getriebe beim moderaten Gasgeben zunächst zurückschaltet und auch beim Abbremsen mit Zwischengas herunterschaltet. Muss man Porsche-Käufern wirklich erklären, dass so immer der passende Gang eingelegt ist und dass man in niedrigeren Gängen schneller beschleunigen kann?

Da kann man sich als Sportwagen-Enthusiast wirklich nur noch an den Kopf fassen (klassische *facepalm*). Die meisten Fahrer sportlicher Autos würden sich natürlich über ein solches Verhalten eines Doppelkupplungsgetriebes freuen. Aber nein, natürlich muss wieder gemeckert werden. Und sogar geklagt! Nur gut, dass das OLG Hamm mit Urteil vom 18.03.2014 (Az. 28 U 162/13) klarstellt, dass es sich bei solchen Vorkommnissen nicht um einen Mangel der Kaufsache handelt. Vielmehr seien spürbare Schaltvorgänge bei einem derart sportlichen Fahrzeug vom Hersteller gewollt, um die Dynamik zu unterstreichen. Außerdem sei sogar im Porsche-Prospekt angegeben, dass der Boxster S "straffe und unmittelbare" Schaltvorgänge zeige. Was für andere ein klares Kaufargument ist, veranlasste den hier beschriebenen Käufer sogar zur Klage auf Rückabwicklung des Kaufvertrags.

Menschen, wie dieser Kläger, sind wohl einfach besser in langweiligen Limousinen aufgehoben. Da ruckt es mit Sicherheit nicht wie in solch einem fürchterlich unbequemen Porsche Boxster S ;-)

(Quelle: Pressemitteilung des OLG Hamm vom 07.04.2014, abgerufen am 09.04.2014 unter http://www.olg-hamm.nrw.de/behoerde/presse/02_aktuelle_mitteilungen/)