Montag, 29. September 2014

Gericht erlaubt ADAC-Werbung



Der ADAC darf weiterhin eine Werbeanzeige nutzen, auf der neben eigenen Fahrzeugen auch ein Polizeiauto, ein Feuerwehrfahrzeug sowie einen Rettungswagen abgebildet sind. Der in der umstrittenen Anzeige verwendete Text lautet "Wir helfen Helfen". Ein Bild der Werbeanzeige findet ihr hier.

Der Auto Club Europa (ACE), ein wesentlich kleinerer Mitbewerber des ADAC, hatte gegen die Verwendung der Anzeige geklagt. Der ACE argumentierte, der ADAC stelle sich durch die Anzeige auf eine Stufe mit dem Staat. Der gute Ruf von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst solle durch die Werbeanzeige auf den größten deutschen Automobilclub übertragen werden. Dies sei eine unlautere geschäftliche Handlung im Sinne des § 5 bzw. § 5a des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Der ADAC hielt dagegen, dass in der Anzeige hauptsächlich die eigenen Kernleistungen dargestellt seien, nämlich "Hilfe, Rat und Schutz". Und schließlich unterstütze der ADAC auch die staatlichen Rettungskräfte mit den eigenen Leistungen.

Dem ADAC wurde vom Landgericht Stuttgart mit dem jüngst ergangenen Urteil bestätigt, dass eine solche Werbeanzeige keine irreführende Werbung nach UWG darstellt. Begründet wurde dies von einem Gerichtssprecher damit, dass die Anzeige keine unwahren oder täuschenden Angaben beinhalte. Die ausführliche Urteilsbegründung ist noch nicht veröffentlicht. Ebenso ist das Urteil noch nichts rechtskräftig, sodass der ACE noch Rechtsmittel einlegen kann.

Meiner Ansicht nach liegt die umstrittene Werbeanzeige noch im Bereich des Erlaubten. Schließlich wird ausdrücklich betont, dass der ADAC lediglich die (staatlichen) Helfer unterstützt und damit nicht unmittelbar dazu gehört. Der ADAC "hilft" ja nur beim Helfen. Einzig kritisch ist, dass er seine eigenen Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr umrahmen lässt, also in deren Mitte steht.

Dass der ADAC aufgrund der jüngsten Skandale sehr viele Mitglieder verloren hat, ist unbestritten. Deshalb ist es nur naheliegend, dass er nun vielleicht noch etwas stärker als sonst um neue Mitglieder werben und alte Mitglieder halten möchte. Doch keinesfalls kann sich der ADAC eine neuerliche Täuschung von Interessenten oder Mitgliedern leisten. Deshalb dürfte zumindest in der näheren Zukunft etwas mehr Fingerspitzengefühl von den Werbestrategen des Automobilclubs zu verlangen sein, um nicht in den nächsten - wenn auch medial aufgebauschten - Skandal zu schlittern.

[Bild: „Düsseldorf Rosenmontag 2014 IMG 1447 (12915166313)“ von Citanova Düsseldorf - IMG_1447. Lizenziert unter Creative Commons Attribution 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:D%C3%BCsseldorf_Rosenmontag_2014_IMG_1447_(12915166313).jpg#mediaviewer/File:D%C3%BCsseldorf_Rosenmontag_2014_IMG_1447_(12915166313).jpg
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, abgerufen am 29.09.2014 unter http://www.derwesten.de/wirtschaft/gericht-erlaubt-umstrittene-adac-werbung-mit-polizeiauto-id9866589.html; Frankfurter Rundschau, abgerufen am 29.09.2014 unter http://www.fr-online.de/wirtschaft/gericht-erlaubt-adac-werbung-mit-polizeiauto,27392182,28528676.html; Stern, abgerufen am 29.09.2014 unter http://www.stern.de/wirtschaft/news/gericht-erlaubt-adac-werbung-mit-polizeiauto-2140982.html]